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| Zeit: | 07.02.2026 um 14:37 (UTC) |
| Nachricht: | Ein sehr lesenswerter und gelungener historischer Roman! Mit seinem neuesten historischen Roman "KEGEL RIPERTUS, ein Leben im 13. Jahrhundert" gelingt dem Autor eine spannende und detailreiche Darstellung des Zusammenlebens der Menschen. Im Mittelpunkt steht Kegel RIPERTUS, unehelicher Sohn eines Dorfpfarrers aus Spören (Sachsen-Anhalt). Nach der damaligen Rechtsauffassung befand er sich auf der untersten Stufe der gesellschaftlichen Rangordnung. In der Region östlich der Saale lebten Sorben, Juden und Zuwanderer aus Sachsen, Schwaben oder Franken, was nicht immer konfliktfrei war. Bereits 2017 hatte der Autor mit dem umfangreichen Roman „Was soll vergrabenes Gold?“ das Mittelalter in und um Leipzig mit seinen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen sozialen Schichten als eine Zeit des Wandels und sich ändernder Sichtweisen, neuer Rechtsnormen und der Einführung der Schriftlichkeit charakterisiert. In vieler Hinsicht wird daran angeknüpft. Es ist hervorzuheben, dass das Mittelalter mit seinen Ritterspielen oder Burgen nicht klischeehaft dargestellt oder verherrlicht wird. Die allgegenwärtige Härte, Abhängigkeit und Machtlosigkeit gegenüber Herrschenden und Kirche werden sehr dezidiert beschrieben. Dabei bedient sich der Autor einer eher zurückhaltenden Erzählweise und lässt den Leser an den jeweiligen Denk- und Verhaltensweisen der Hauptfiguren teilhaben. Auch werden viele bekannt gebliebene historische Ereignisse oder Fakten dem Leser in Erinnerung gerufen, wodurch die Geschichten glaubwürdig und gut nachvollziehbar sind. Durch das Erlernen der Schreib- und Rechtskunde, unterstützt von seinem Vater, sowie dank seiner Persönlichkeit gelingt es Ripertus, sich aus seiner unterprivilegierten Position hochzuarbeiten. Sowohl durch seine nicht standesgemäße Heirat mit der charmanten Uta als auch infolge seiner Tätigkeit als Verwalter von zwei Dörfern gerät er zunehmend mit den Herrschenden in Konflikte. Schließlich muss er um seine nackte Existenz kämpfen. Auf seinem Lebensweg zeigen sich die krassen Ungerechtigkeiten dieser Zeit. Für den Rezensenten war es sehr hilfreich, dass er beim Lesen der 500 Seiten auf die namentliche Nennung der Hauptpersonen und historischen Persönlichkeiten, die Begriffserläuterungen, die Zeittafel sowie die Nachbemerkungen des Autors am Ende des Buches zurückgreifen konnte. Der Roman ist auch deshalb sehr aktuell und empfehlenswert, weil zahlreiche Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, Machtausübung und Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen aufgeworfen werden, wie sie bereits vor 800 Jahren bestanden. Alles in allem ein sehr lesenswerter und gelungener historischer Roman mit sehr viel Qualität und Tiefgang sowie Bezügen zu einer ganzen Reihe von gesellschaftlichen Konflikten unserer heutigen Zeit! Dr. Thomas Friedländer |
| Zeit: | 28.01.2026 um 15:48 (UTC) |
| Nachricht: | Für alle, die sich etwas genauer für unsere Vergangenheit interessieren, aber auch für jene, die sich gut unterhalten wollen, hat Joachim Ölßner aus meiner Sicht ein lesenswertes Buch veröffentlicht. Für die sicher aufwändigen Recherchen über diese ferne Zeit im mitteldeutschen Raum, von der nur wenige weltliche Quellen wie der Sachsenspiegel des Eike von Repgow existieren (ein Exemplar konnte ich auch im Buch erwähnten Kloster Altzella in Augenschein nehmen), sei dem Autor gedankt. Er zeigt auch, dass neben den ersten in Deutschland geschaffenen gesetzlichen Grundlagen weitgehend Willkür, Standesprivilegien und von der Kirche, den Herrschenden und uralten Bräuchen selbst auferlegte Zwänge, die oft bittere Realität das Leben der Mehrzahl der Menschen bestimmten. Es wird deutlich sichtbar, dass selbst die kirchlichen und weltlichen Herrschenden von vielen Zwängen nicht verschont blieben. Die nur allmählich zunehmende und von der Obrigkeit oft mit Argwohn betrachtete Rolle der Schrift in einer Zeit vor Erfindung der Druckerei wird eindrucksvoll dargestellt. Wer sich dafür interessiert, nach welchen Regeln Zweikämpfe ausgefochten wurden, kommt auf seine Kosten. Die untergeordnete Stellung der Frau, die bis in unsere Zeiten hineinreicht, wird beleuchtet, ebenso wie zu allen Zeiten einzelne selbstbewusste Frauen diese Schranken durchbrechen konnten. Obwohl im 13. Jahrhundert angesiedelt, zeigt uns die Erzählung zwischenmenschliche Beziehungen, die auch heute noch - wenn auch in stark veränderter Form – zum Tragen kommen können. Neid, Missgunst, Eifersucht, Machtmissbrauch, Gewalt und Hass, schlechte Eigenschaften, die über alle Zeiten den Menschen begleiten, werden ebenso wie die guten Seiten, wie die Sehnsucht nach Frieden, einem besseren Leben, Liebe, Freundschaft und Geborgenheit beeindruckend dargestellt. Deshalb halte ich dieses Buch über längst vergangene Zeiten für einen durchaus aktuellen Beitrag und gewissermaßen eine Ermutigung für all jene, die auch heute in einem viel rasanteren Tempo als damals, als es nur beispielhaft um die Einführung eines neues Pfluges ging , mit der Digitalisierung des Lebens, KI, sozialen Medien usw. vor ständig neuen Herausforderungen stehen, aber zugleich angehalten sind, humanistische Werte immer wieder in sich aufzunehmen und mit aller Kraft hochzuhalten und zu verteidigen. Nachdem ich mich in die Geschichte um Ripertus eingelesen hatte, hat mich der Verlauf nicht mehr losgelassen, so dass ich das Buch schnell und mit Gewinn für mich gelesen habe. Die angefügte Zeittafel ermöglicht es, im Buch dargestellte regionale und überregionale Entwicklungen und ihre Auswirkungen noch besser einzuordnen und zu erfassen. Gert Reicherdt. Rehfelde |
| Zeit: | 19.01.2026 um 15:31 (UTC) |
| Nachricht: | Alles in allem ein sehr gelungenes Buch! Ich habe das Buch in 4 Tagen gelesen, man will es nicht mehr aus der Hand legen! Es liest sich gut und ist lebhaft geschrieben. Die Anzahl der Protagonisten ist übersichtlich und leicht zu verfolgen. Die Charaktere sind stringent, ihre Entwicklung interessant und gut herausgearbeitet. Der Spannungsbogen wird stets hochgehalten. Die Rahmenbedingungen des Romans sind verständlich erklärt und für den Leser erkenntnisreich. Dazu gehören das Zusammenleben der Sorben mit deutschsprachigen Gruppen, besonders ihre unterschiedlichen Kulturen und Religionen, die Auseinandersetzungen innerhalb der christlichen Religion, Intoleranz und Dünkel bei den Giebichensteiner Grafensöhnen – zugleich Toleranz und Pragmatismus bei den Vögten sowie das Einbinden von Rechtsfragen in die Handlung. Die allgemeinen Entwicklungen in dieser Zeit sind genau beschrieben, sowohl die Fortschritte als auch die Unzulänglichkeiten. Dazu gehören die städtische Entwicklung, das Aufkommen der Schriftlichkeit, der Anstieg der Bevölkerungszahlen sowie die Steigerung landwirtschaftlicher Erträge dank Nutzung des von Pferden gezogenen eisernen Pfluges. Der Anhang ist übersichtlich und sinnvoll, genauso wie der Prolog und die Nachbemerkungen. Wünschenswert wäre jedoch ein Inhaltsverzeichnis am Anfang des Buches. Dr. Dietrich Fischer, Eichwalde |
| Zeit: | 18.01.2026 um 18:52 (UTC) |
| Nachricht: | Das Buch ist richtig gut! Maria Weber, Eisenhüttenstadt |
| Zeit: | 18.01.2026 um 15:30 (UTC) |
| Nachricht: | Leipziger Zeitung, 17.01.2026, Aus der Rezension zum Buch „Kegel Ripertus, ein Leben im 13. Jahrhundert“: „Wie war es wirklich, im 13. Jahrhundert in der Leipziger Region zu leben und eigentlich keine Rechte zu besitzen, ganz unten in der gesellschaftlichen Hierarchie zu stehen - so wie Ripert, der Sohn eines Pfarrers. ... Ein echtes Thema für Joachim Oelßner, der das Mittelalter eben nicht mit Rittern und Turnieren glorifiziert. … Es ist zwar ein Roman, den Joachim Oelßner geschrieben hat - aber er rankt sich um unzählige belegte Ereignisse, die damals tatsächlich stattfanden. ... Oelßner schildert sehr anschaulich und in immer neuen Konflikten, was es für Ripertus bedeutet, immer wieder als Kegel bezeichnet zu werden. ... Oelßner nimmt seine Leser also mit in eine Zeitepoche, die voller markanter Ereignisse war, ... Die Leser werden im Buch ein Stück jener Landschaft entdecken, die damals das Gebiet rechts und links der Saale prägte. ... Aber da Ripertus zum Gehilfen eines Vogts wird, lernt man auch gleich die Verwaltungsstrukturen der damaligen Dörfer kennen und die Konflikte zwischen den alteingesessenen slawischen Bauern und den neuen Siedlern aus Sachsen, Franken, Schwaben usw., die sich alle miteinander arrangieren mussten, … Stoff für jede Menge Auseinandersetzungen. Aber es erinnert eben auch an die Herkunft der heutigen Bewohner dieser Region, die sich oft gar nicht mehr an diese vielfältige Herkunft ihrer Vorfahren erinnern." Ralf Julke |
| Zeit: | 13.11.2025 um 17:15 (UTC) |
| Nachricht: | Endlich wurde die Webseite überarbeitet. Sehr informativ und gefällt mir! Richard |
| Zeit: | 31.05.2021 um 10:15 (UTC) |
| Nachricht: | Vielen Dank für die informative Homepage! Beide Bücher sind interessant und lesenswert! Günter |